Mit der Carnier S übers Wochenende unterwegs

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Auf meine Frage ob ich die von mir schon seit Jahren immer wieder mal angeschaute französische Ledertasche Namens Carnier mal für ein Wochenende zum testen haben kann, bekam ich direkt ein Paket mit der Carnier S und dem dazu passenden Insert geschickt.

Braunes Leder und eine Tasche die nicht nach Fototasche mit wertvollem Inhalt schreit – also genau mein Beuteschema.

Als ich die Tasche am vergangenen Donnerstag auspackte meinte meine liebe Tochter:

„Oh Papa, schick, eine neue Handtasche für Mama? Da wird sie sich aber freuen….“

Auf meine Erwiederung

„… ähhh, Nein mein Schatz, dass ist eine Fototasche die ich am Wochenende testen darf….“

erhielt ich ein seltsames Grinsen von meiner Tochter, die die braune schicke Carnier scheinbar gedanklich eher in die Damenhandtaschenecke schob. Nun, sie ist sicherlich nicht die „brutale männliche“ Tasche aber eine Damenhandtasche? Ich habe das dennoch durchgezogen und die Tasche am vergangenen Wochenende durch Berlin getragen. Die Tasche war mit auf dem Berliner Teufelsberg, die Tasche war mit mir in zwei Ausstellungen (Russel James Angels und Sebstiao Salgado Genesis), war mit mir im KaDeWe shoppen und am Sonntag morgen auf einem Kunsthandwerksmarkt auf der Museumsinsel. Sie hat also etliche Kilometer auf meiner Schulter verbracht und einiges gesehen.

Die Carnier ist aus zwei verschiedenen Ledersorten hergestellt: Der Boden und der Rahmen (das hellere Leder) ist ein sehr festes und fast starres stabiles Rindsleder. Der Deckel und die „Außenhülle“ sind aus sehr weichem und unglaublich anschmiegsamen Schafsleder. Diese Kombination der beiden Ledersorten machen die Tasche zu einem sehr bequemen aber auch sehr robustem Wegbegleiter. Ich habe mich am Wochenende ganz bewusst nicht zurückgehalten und die Tasche überall abgestellt, Straße, Waldboden, Baumstümpfe, Geländer, Kofferraum und habe sie sehr viel genutzt und die Tasche hat keinen einzigen Kratzer abbekommen und hat alles bestens „weggesteckt“.

Die Nähte sind sichtbar genäht und das macht auch ein bisschen den Charme und den Style dieser Tasche aus. Der Gurt ist zum Querhängen über den Oberkörper für einen 190cm Mann eindeutig viel zu kurz. Das hat mir vorher Sorgen bereitet, da ich nicht dachte eine Tasche so lange und ungestört auf einer Schulter tragen zu können und zu wollen. Der sehr stabile und auch sehr feste (und am Anfang „starre“) Gurt hat sich aber sehr angenehm (und das überraschte mich sehr positiv) auf der Schulter tragen lassen ohne zu rutschen. Optional bietet Monochrom dazu noch ein Billingham Schulterposter an, für die jenigen die es bequemer auf der Schulter haben wollen. Mir hat ohne dieses Polster aber auch nichts gefehlt und es hat sehr viel Spaß gemacht mit dieser Tasche durch die Gegend zu ziehen.

Die Tasche ist von der direkten Bauart her eigentlich keine Fototasche, sondern wird erst durch das Insert zu einer solchen. Das Insert ist wie andere Innentaschen auch entnehmbar und funktionell. Die Carnier selbst hat innen einige Stoff-Innentaschen, für Schlüssel und Handy, Akku, Speicher und so weiter.

Der Verschluss der Tasche ist mit einer normalen „Gürtelschnalle“ zu bedienen. Ich war wirklich zugegebenermaßen skeptisch ob dieser „analoge“ Verschluss in der Praxis bedienbar ist. Ist er! Er ist mit etwas Übung sehr schnell zu öffnen ist aber für Langfinger sehr schlecht unbemerkt zu öffnen. Also auch hier anfangs bedenken beim Taschenfreak – aber schlussendlich ein sehr positives Ergebnis.

Apropos Verschlüsse – die kleinen „Verschlussbommeln“ an den drei Fronttaschen und an den beiden (für mich irgendwie sinnlosen) Seitentaschen sind eher Deko als funktional. Die Sinnhaftigkeit dieser Verschlusskordeln mit den Indianerbommeln, wie sie meine Tochter nannte, hat sich mir nicht wirklich erschlossen. Sie verschließen nichts richtig, sie halten nicht richtig, sie stören aber auch nicht. 🙂

Ich hatte die Carnier S am Wochenende wie folgt bestückt:

  • Sony A7S mit Sony Zeiss 35 2.8
  • Sony Zeiss 16-35 4.0
  • Sony Zeiss 55 1.8
  • Sony RX100 III
  • Ledernotitzbuch und Füllfederhalter
  • Sony 8″ Tablet
  • Headset
  • Putztuch
  • Think Tank Batterytasche für 4 Akkus
  • Smartphone
  • Sonnebrille
  • Geldbörse
  • Schlüssel

Da man zwischen das Foto-Insert und die eigentliche Fototaschenwand schmale Dinge wie Tablet, Notizbuch und Hotelrechnung stecken kann, wird die Tasche vielseitiger als Taschen die die Inneneinteilung direkt mit der Außentasche verbinden. Die Taschen mit Insert werden mir persönlich dadurch immer lieber, da man mal eben etwas dazwischen stecken kann, was eigentlich kein eigenes Fach benötigt, wie eben ein Tablet oder ein Notizbuch.

Mein persönliches Tachenfreak-Fazit: Die Tasche ist eine Tasche die ich mir im Laden angesehen hätte, sie wahrscheinlich aber wieder wegen „Voreingenommenheit“ ins Regal gestellt hätte. Nach diesem sehr intensiven Test am vergangenen Wochenende würde ich Tasche wirklich uneingeschränkt empfehlen. Wer eine unauffällige weiche anschmiegsame Ledertasche für seine Leica oder Systemkamera sucht, ist bei der Carnier S von Monochrom.com ganz genau richtig.

Schöne Grüße – Euer Taschenfreak – Jörg Langer

p.s.: Ich werde für diese Meinung nicht bezahlt – ich teste aus freien Stücken und mit freiem Willen. Ich möchte das nur mal wieder zur Sicherheit an dieser Stelle erwähnen, besonders für die Schlaumeier, die denken Blogger schreiben alles wofür sie bezahlt werden. Das ist nicht so in meinem Fall!

3 thoughts on “Mit der Carnier S übers Wochenende unterwegs

  1. Hallo,
    ein schöner Bericht ist das. Ich kenne diese Taschen schon gute 15 Jahre. Eigentlich sind es Schäfertaschen, die ursprünglich aus der Provence kommen. Sac du Berger war da auch eine Marke, ich glaube, die jetzigen sind von Fischer.
    Ich habe auch so eine große, und sie sind robust und durch die vielen Taschen schön.
    Was ich nicht wusste, ist dass diese Aufteilung für Querformat in drei Größen s-m-l existiert. Die kleineren Exemplare, die ich kenne, sind eher hochkant.
    Geht in die S denn A4 hinein?
    LG

  2. Eine sehr schöne Tasche, gut verarbeitet. Das einzige Problem ist, die Tasche schliesst seitlich nicht wasserdicht ab. Beim Regen ist sie daher nicht brauchbar.
    Schade, eine kleine Modifikation des Deckels würde helfen.

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