Business-Tasche, Kameratasche oder Rucksack? Warum eigentlich nicht alles gleichzeitig? Es gibt Taschen, nach denen sucht man monatelang. Man vergleicht Hersteller, schaut Videos, liest Testberichte und landet am Ende doch wieder bei den üblichen Verdächtigen. Und dann gibt es Taschen, über die stolpert man völlig zufällig.
Genau so ist es mir mit dem Manfrotto Advanced Hybrid Backpack M III ergangen.
Eigentlich waren meine Frau und ich für ein verlängertes Wochenende in Berlin. Ein bisschen Zeit zu zweit, ein Konzert, ein Familientreffen und einfach einmal den Alltag hinter uns lassen. Als wir am Berliner Hauptbahnhof noch etwas Zeit hatten, sagte ich eher scherzhaft:
“Da vorne ist Calumet… wollen wir mal kurz schauen?”
Wer meine Frau kennt, weiß, dass sie meine Taschensammlung mit einer bemerkenswerten Gelassenheit hinnimmt. Statt die Augen zu verdrehen, meinte sie nur:
“Klar, lass uns doch mal reingehen.”
Womit ich allerdings überhaupt nicht gerechnet hatte: Nicht ich entdeckte die Tasche. Sondern sie.
“Ist das nicht eigentlich ein Rucksack?”
Sie hielt mir eine schlichte schwarze Tasche entgegen.
“Schön”, dachte ich.
“Business-Tasche.”
Dann las ich den Namen:
Manfrotto Advanced Hybrid Backpack M III
Moment… Backpack?
Ich schaute genauer hin. Und plötzlich ergab alles Sinn.
Diese Tasche kann tatsächlich drei völlig unterschiedliche Rollen übernehmen.
- klassische Aktentasche
- Schultertasche
- vollwertiger Rucksack
Genau solche Ideen liebe ich. Nicht, weil sie spektakulär aussehen. Sondern weil sie im Alltag funktionieren können.
Ein Design, das nicht nach Kamera schreit
Wer meinen Kanal oder diesen Blog schon länger verfolgt, weiß:
Ich mag unauffällige Taschen.
Je weniger eine Tasche nach teurer Kameraausrüstung aussieht, desto lieber ist sie mir. Genau hier sammelt der Manfrotto sofort Pluspunkte.
Keine auffälligen Farben. Keine riesigen Logos. Kein “Hier steckt Fotoequipment für mehrere tausend Euro drin.”
Alles wirkt angenehm zurückhaltend. Selbst das Manfrotto-Logo ist dezent schwarz auf schwarz ausgeführt. Das gefällt mir ausgesprochen gut.
Drei Taschen in einer
Das eigentliche Highlight ist natürlich das Hybrid-Konzept. Innerhalb weniger Sekunden lässt sich die Tasche unterschiedlich nutzen.
Als Business-Tasche
Wer zu Kundenterminen fährt und neben Notebook, Ladegerät und Unterlagen vielleicht nur eine kleine Kamera dabeihat, bekommt eine ausgesprochen elegante Arbeitstasche.
Als Schultertasche
Der Schultergurt gehört ebenfalls zum Lieferumfang.
Für mich persönlich spielt diese Variante zwar kaum eine Rolle, aber wer häufiger auf Messen oder Veranstaltungen unterwegs ist, wird sie sicherlich zu schätzen wissen.
Als Rucksack
Hier wird es spannend. Die Schultergurte verschwinden komplett in einem eigenen Fach auf der Rückseite. Benötigt man sie, zieht man sie einfach heraus.
Was mich wirklich überrascht hat: Der Tragekomfort ist erstaunlich gut. Die Tasche sitzt deutlich angenehmer auf dem Rücken, als ich es von einer Hybridlösung erwartet hätte.
Clevere Ausstattung
Der Advanced Hybrid Backpack M III bietet erstaunlich viele kleine Details.
Unter anderem:
- separates Notebookfach
- Einschubfach für Tablet oder Dokumente
- Trolley-Durchführung
- zwei seitliche Flaschenfächer
- Frontfach für Kabel und Zubehör
- oberes Schnellzugriffsfach
- Stativhalterung an der Vorderseite
Gerade auf Reisen sind genau diese Dinge oft wichtiger als spektakuläre Marketingversprechen.
Das Kamerafach
Natürlich interessiert mich als Fotograf in erster Linie der Fotobereich. Das Kameramodul wird per Klett befestigt und lässt sich vollständig herausnehmen. Dadurch verwandelt sich die Tasche bei Bedarf in einen ganz normalen Tagesrucksack.
In meinem Fall transportiere ich aktuell problemlos:
- Nikon Zf
- Voigtländer Nokton 40 mm f/1.2
- Voigtländer Nokton 28 mm f/1.5
- Voigtländer Nokton 75 mm f/1.5
- Akkus
- Speicherkarten
- Powerbank
- DJI Osmo Nano
- kleines Tischstativ
- diverses Zubehör
Für meine typische Reportage- oder Reiseausrüstung reicht das vollkommen aus. Wer allerdings mit großen Teleobjektiven oder umfangreicher Profiausrüstung unterwegs ist, sollte eher zu einem klassischen Fotorucksack greifen.
Was mir nicht ganz so gut gefällt
Natürlich ist keine Tasche perfekt. Auch hier gibt es Kleinigkeiten, die mir aufgefallen sind. Ganz oben am Rucksack fehlt mir beispielsweise ein klassischer Tragegriff. Im Business-Modus fällt das überhaupt nicht auf. Verwendet man die Tasche jedoch als Rucksack, greife ich automatisch nach oben – und lande leider nur an den Schultergurten. Das ist kein Drama. Aber eben ein Detail, das ich persönlich vermisse. Auch hätte ich mir im oberen Organisationsfach noch ein oder zwei kleine Reißverschlussfächer für Karten, Kleingeld oder Kleinteile gewünscht.
Warum ich sie nicht direkt im Laden gekauft habe
Ein Thema möchte ich bewusst ansprechen. Ich habe mir die Tasche bei Calumet in Berlin angesehen. Dort konnte ich sie anfassen, ausprobieren und testen. Gekauft habe ich sie anschließend allerdings online bei Foto Erhardt. Warum? Nicht wegen des Preises. Ganz im Gegenteil. Bei Calumet wäre sie sogar minimal günstiger gewesen.
Der Grund war schlicht unser Gepäck.
Wir waren nur mit Handgepäck unterwegs. Meine Fototasche war bereits mein persönliches Gepäckstück. Der Trolley war bis oben hin mit Kleidung gefüllt. Die Tasche hätte ich schlicht nicht mehr transportieren können. Also habe ich sie nach unserer Rückkehr online bestellt. Ich finde trotzdem, dass der stationäre Fotofachhandel enorm wichtig ist.
Wer dort Beratung nutzt, Produkte ausprobiert und Zeit der Mitarbeiter in Anspruch nimmt, sollte – wann immer möglich – auch dort kaufen. Dass es bei mir diesmal anders gelaufen ist, hatte ausschließlich logistische Gründe.
Mein erstes Fazit
Nach einer Woche kann ich natürlich noch keinen Langzeittest liefern. Aber mein erster Eindruck fällt ausgesprochen positiv aus. Der Manfrotto Advanced Hybrid Backpack M III ist keine Tasche für jede Situation. Er möchte auch kein klassischer Trekkingrucksack oder riesiger Fotorucksack sein. Seine Stärke liegt genau dazwischen.
Für Fotografen, die im Alltag häufig zwischen Büro, Kundenterminen, Content-Produktion und Freizeit wechseln, könnte dieses Hybridkonzept genau die richtige Lösung sein.
Ich werde ihn in den kommenden Monaten intensiv nutzen und bin selbst gespannt, ob er dauerhaft einen festen Platz in meinem Alltag bekommt. Die Chancen stehen jedenfalls ausgesprochen gut.
Mein Video zum Manfrotto Advanced Hybrid Backpack M III
In meinem ausführlichen Video zeige ich euch sämtliche Fächer, den kompletten Innenaufbau, meine aktuelle Beladung sowie alle Vor- und Nachteile noch einmal im Detail.
Ein paar Fotos zum Manfrotto Advanced Hybrid Backpack M III
Wie seht ihr das?
Nutzt ihr lieber klassische Kamerarucksäcke?
Oder seid ihr ebenfalls Fans von Taschen, die sich möglichst flexibel an unterschiedliche Alltagssituationen anpassen? Schreibt es gerne in die Kommentare – ich bin gespannt auf eure Erfahrungen.






























