Zehn Tage Norwegen, eine Kreuzfahrt durch die Fjorde, wechselhaftes Wetter – und natürlich die alles entscheidende Frage: Welches Foto- und Video-Equipment nehme ich mit und worin transportiere ich den ganzen Kram?

Wer Taschenfreak.de schon etwas länger kennt, weiß: Für andere Menschen mag die Wahl der Fototasche eine Nebensache sein. Für mich ist sie ein wesentlicher Bestandteil der Reiseplanung. Schließlich bringt mir das beste Kameraequipment nichts, wenn ich es unterwegs nicht vernünftig, sicher und halbwegs komfortabel transportieren kann.
Vor unserer Norwegen-Kreuzfahrt mit der AIDA habe ich deshalb lange überlegt, welche Kameras, Objektive und Taschen mitkommen sollten.
Die Antwort nach der Reise?
Ich hatte definitiv zu viel Equipment dabei.
Allein mein vollgepackter Fotorucksack brachte auf der Rückreise 15,4 Kilogramm auf die Waage. Zusammen mit der zusätzlichen Schultertasche waren es deutlich über 17 Kilogramm Foto-, Video- und IT-Ausrüstung.
War das sinnvoll? Nicht unbedingt.
Hat es Spaß gemacht? Definitiv!
Und vor allem habe ich auf dieser Reise ziemlich viel darüber gelernt, welches Equipment und welche Tasche ich bei einer solchen Tour beim nächsten Mal wählen würde.
Das komplette Video: Mein Foto-Equipment für Norwegen
Wer lieber zuschaut und zuhört, statt sich durch meinen Reise- und Taschenwahnsinn zu lesen: Im Video packe ich meinen Rucksack praktisch direkt nach der Rückkehr aus und zeige Euch, was tatsächlich mit in Norwegen war.
Es geht um Kameras, Objektive, Actioncams, 360-Grad-Kameras, Zubehör und natürlich ausführlich um meine beiden wichtigsten Taschen:
- Compagnon Little Messenger Gen III
- Compagnon Elements Backpack 30L V2
Dazu gibt es ein bisschen Norwegen, Kreuzfahrt, Regen und die Erkenntnis, dass man für eine solche Reise eben doch nicht das halbe Fotozimmer mitnehmen muss.
Welche Fototaschen nehme ich auf eine Kreuzfahrt mit?
Das war tatsächlich eine der Fragen, die mich vor der Reise am meisten beschäftigt haben.
Ursprünglich wollte ich einen anderen Compagnon Backpack mitnehmen. Beim Probepacken stellte ich allerdings fest, dass mir das Volumen für die Art und Weise, wie ich mein Equipment transportieren wollte, einen kleinen Tick zu knapp war.
Also fiel die Entscheidung schließlich auf zwei Taschen:
Compagnon Elements Backpack 30L V2
Der große Rucksack war meine Transportzentrale.
Hier musste nicht nur Fotoequipment hinein, sondern teilweise auch IT, Zubehör, Kabel, Akkus und alles, was auf einer solchen Reise irgendwie mit muss.
Wichtig dabei: Die 15,4 Kilogramm, die der Rucksack auf der Rückreise gewogen hat, waren nicht das Gewicht, das ich bei jedem Landausflug mit mir herumgetragen habe.
Wir sind mit dem ICE nach Hamburg gefahren und von dort auf das Schiff. Ich musste also keine typischen Handgepäckgrenzen eines Fluges einhalten.
Das führte allerdings auch dazu, dass ich beim Packen etwas großzügiger wurde.
Oder anders gesagt:
Wenn noch Platz ist, findet ein Taschenfreak offensichtlich immer noch irgendetwas, das unbedingt mit muss.
Compagnon Little Messenger Gen III
Die eigentliche Überraschung der Reise war für mich allerdings die deutlich kleinere Compagnon Little Messenger Gen III.
Sie entwickelte sich sehr schnell zu meiner Alltagstasche.
Auf dem Schiff, beim Gang über Deck, beim Stadtbummel und bei verschiedenen Landausflügen brauchte ich schließlich nicht meine komplette Mittelformatausrüstung.
Und genau hier spielte die Little Messenger ihre Stärken aus.
Die Little Messenger wurde zu meiner eigentlichen Reisetasche
Mein typisches Setup für unterwegs war wesentlich überschaubarer als die komplette Ausrüstung im großen Rucksack.
Sehr häufig dabei war vor allem meine Fujifilm GFX100RF.
Die Kamera hat mich auf dieser Reise noch einmal ganz anders überzeugt. Ich würde schätzen, dass ungefähr 80 Prozent meiner Fotos in Norwegen mit der GFX100RF entstanden sind.
Dazu kamen je nach Situation eine 360-Grad-Kamera beziehungsweise eine Actioncam, Ersatzakkus, Speicherkarten und der übliche Kleinkram.
Portemonnaie, Tickets, Brille, Reinigungstuch – eben all die Dinge, die man unterwegs schnell erreichen möchte.
Und genau dafür fand ich die Little Messenger nahezu perfekt.
Nicht zu groß, nicht zu klein und vor allem so unkompliziert, dass ich sie tatsächlich fast immer mitgenommen habe.
Das ist für mich bei einer Reisetasche wahrscheinlich eines der größten Komplimente überhaupt.
Denn eine Fototasche kann technisch noch so ausgeklügelt sein: Wenn ich morgens keine Lust habe, sie mitzunehmen, ist sie für mich die falsche Tasche.
Sechs Stunden Dauerregen in Bergen: Härtetest für die Little Messenger
Und dann kam Bergen.
Norwegen hat uns wettertechnisch ohnehin gezeigt, was es kann. Von unseren Reisetagen waren sehr viele von Regen geprägt.
Temperaturen irgendwo zwischen ungefähr 13 und 16 Grad waren überhaupt nicht das Problem. Dafür gibt es Jacken und zur Not einen schönen norwegischen Pullover.
Aber Regen?
Davon hatten wir reichlich.
Bei einem längeren Aufenthalt in Bergen waren wir über Stunden bei teilweise wirklich heftigem Regen unterwegs.
Die Hose war nass. Die Schuhe waren nass und brauchten anschließend mehrere Tage, bis sie wieder richtig trocken waren.
Und mittendrin:
die Compagnon Little Messenger aus Leder.
Ich gebe zu, dass ich mir irgendwann ernsthaft Gedanken gemacht habe, ob die Tasche diesen Tag unbeschadet überstehen würde.
Hat sie.
Noch wichtiger: Das Kameraequipment im Inneren blieb trocken.
Und das Leder?
Das sah nach dem Trocknen nicht schlechter aus. Im Gegenteil. Genau diese Gebrauchsspuren und diese Entwicklung sind für mich einer der Gründe, warum ich Ledertaschen so gerne mag.
Sie erzählen irgendwann ihre eigene Geschichte.
Diese Little Messenger hat jetzt definitiv ein Kapitel namens Bergen.
Der Compagnon Elements Backpack 30L V2 als große Transportlösung
Ganz andere Aufgabe, ganz andere Tasche.
Während die Little Messenger meine schnelle Tasche für den Alltag war, musste der Elements Backpack 30L V2 richtig arbeiten.
Neben dem eigentlichen Kameraequipment transportierte ich darin unter anderem Notebook, Tablet, SSDs, Kabel, Ladegeräte, Reiseunterlagen und diverses Zubehör.
Das Rolltop erwies sich auf der Reise als extrem praktisch.
Denn jeder kennt es wahrscheinlich: Morgens verlässt man das Schiff relativ aufgeräumt und am Nachmittag kommen plötzlich noch ein Hoodie, Souvenirs, Einkäufe oder irgendwelcher anderer Kram dazu.
Rolltop auf, Zeug hinein, Rolltop wieder zu.
Optisch bin ich nicht immer der größte Freund von Rolltop-Rucksäcken. Praktisch sind sie auf Reisen allerdings kaum zu schlagen.
Auch die seitlichen Kompressionsriemen habe ich zweckentfremdet. Dort ließen sich beispielsweise Hoodie oder Regenjacke schnell befestigen.
Genau solche Kleinigkeiten entscheiden unterwegs darüber, ob ein Rucksack einfach nur gut aussieht oder wirklich funktioniert.
15,4 Kilogramm im Rucksack – funktioniert das?
Ja.
Aber ich würde nicht behaupten, dass ich freiwillig jeden Tag 15,4 Kilogramm Fotoequipment durch Norwegen tragen möchte.
Der Rucksack hat dieses Gewicht problemlos bewältigt.
Ich selbst fand es irgendwann weniger lustig.
Zumal ich ohne Hüftgurt unterwegs war. Ich persönlich nutze Hüftgurte nicht besonders gerne, auch wenn sie bei einem solchen Gewicht natürlich ergonomisch absolut sinnvoll wären.
Einen Kritikpunkt habe ich beim Elements Backpack dennoch.
Bei der vorherigen Generation gab es eine zusätzliche Sicherung beziehungsweise Gurtführung über dem Hauptfach. Das war im täglichen Handling umständlicher, vermittelte mir bei schwerer Beladung aber ein zusätzliches Sicherheitsgefühl.
Beim V2 vertraut man auf den stabilen Reißverschluss.
Technisch hat das auch mit 15,4 Kilogramm problemlos funktioniert.
Trotzdem: Wenn Fotoequipment im Wert von vielen Tausend Euro im Rucksack steckt, hätte ich persönlich gerne noch irgendeine Form zusätzlicher Sicherung.
Nicht unbedingt, weil sie notwendig ist.
Sondern einfach fürs mentale Wohlbefinden.
Welches Kameraequipment hatte ich in Norwegen dabei?
Jetzt wird es für diejenigen interessant, die nicht nur Taschenfreak, sondern gleichzeitig auch Gear-Nerd sind.
Unter anderem war folgendes Equipment dabei:
- Fujifilm GFX100RF
- Fujifilm GFX100 II
- Fujifilm GF 55mm F1.7
- Fujifilm GF 110mm F2
- Fujifilm GF 20–35mm
- 360-Grad-Kamera (DJI Osmo 360)
- DJI Osmo Action 6
- MacBook Air 13 Zoll
- iPad Pro 11 Zoll
- Akkus und Ladegeräte
- SSDs und Kartenleser
- Speicherkarten
- Filter
- Stative und Selfie-Sticks
- diverses weiteres Zubehör
Dazu kamen natürlich Reiseunterlagen und der ganz normale Kleinkram, der sich auf einer Reise ansammelt.
Wenn man diese Liste liest, wird ziemlich schnell klar, warum der Rucksack irgendwann die 15-Kilogramm-Marke überschritten hat.
Mittelformat in Norwegen – genial und trotzdem nicht ideal
Fotografisch hat mir das Mittelformat in Norwegen unglaublich viel Spaß gemacht.
Gerade die GFX100RF hat sich als fantastische Reisekamera erwiesen.
Die hohe Auflösung, die Crop-Möglichkeiten und insbesondere das breite Bildformat haben mir bei den norwegischen Fjorden sehr gut gefallen.
Auch mit der GFX100 II und dem GF 110mm F2 sind einige für mich sehr schöne Portraits entstanden.
Trotzdem würde ich genau dieses Setup auf einer weiteren Kreuzfahrt wahrscheinlich nicht wieder mitnehmen.
Warum?
Brennweite.
Mein nutzbarer Bereich war auf Kleinbild gerechnet relativ eingeschränkt.
Und gerade auf einem Kreuzfahrtschiff merkt man sehr schnell, dass Motive häufig sehr weit entfernt sind.
Ein Vogel auf dem Wasser. Ein anderes Schiff. Ein Detail an Land. Eine Landschaft am anderen Ende des Fjords.
Plötzlich sind 300, 400 oder sogar 500 Millimeter deutlich interessanter als Offenblende F1.7 oder F2.
Was würde ich beim nächsten Mal anders machen?
Das ist wahrscheinlich meine wichtigste Erkenntnis aus der Reise:
Weniger Equipment – aber mehr Brennweite.
Die Fujifilm GFX100RF würde ich wahrscheinlich wieder mitnehmen.
Sie ist kompakt genug, liefert eine fantastische Bildqualität und hat sich auf der Reise als meine mit Abstand meistgenutzte Fotokamera erwiesen.
Zusätzlich könnte ich mir für eine weitere Norwegen-Reise sehr gut eine Nikon mit einem großen Zoombereich vorstellen.
Beispielsweise eine Nikon Z8 mit einem Superzoom und zusätzlich einem Ultraweitwinkel.
Damit hätte ich einen wesentlich größeren Brennweitenbereich und müsste gleichzeitig weniger Objektive wechseln und transportieren.
Alternativ finde ich für genau diesen Einsatzzweck sogar das Konzept einer hochwertigen Bridgekamera mit extrem großem Zoombereich interessant.
Dazu eine kleine Ricoh GR für die Hosentasche.
Eine 360-Grad-Kamera.
Eine kleine Gimbal-Kamera.
Fertig.
Zumindest sage ich das heute.
Fragt mich besser nicht zwei Tage vor der nächsten Reise noch einmal.
Und welche Fototaschen würde ich wieder mitnehmen?
Hier fällt meine Antwort wesentlich eindeutiger aus.
Die Kombination aus großem Rucksack und kleiner Messenger Bag hat für mich hervorragend funktioniert.
Der Elements Backpack 30L V2 war perfekt für den großen Transport von A nach B und konnte bei Bedarf auch für umfangreichere Landausflüge genutzt werden.
Die Little Messenger dagegen war genau die Tasche, die ich im Alltag brauchte.
Kamera hinein, Ersatzakku dazu, Kleinkram verstauen und los.
Wenn ich beim nächsten Mal tatsächlich mit deutlich weniger Equipment reisen würde, könnte eventuell sogar ein kleinerer Rucksack ausreichen.
Aber die Compagnon Little Messenger Gen III würde ziemlich sicher wieder mitkommen.
Keine Drohne auf der Kreuzfahrt
Eine Frage, die mir im Zusammenhang mit der Reise mehrfach gestellt wurde:
Hattest Du keine Drohne dabei?
Nein.
Ich hatte vor der Reise offiziell angefragt und eine klare Absage erhalten.
Ich hatte dabei unter anderem auf meinen Drohnenführerschein und meine Versicherung hingewiesen. Trotzdem lautete die Antwort sinngemäß: keine Drohne.
Und damit war das Thema für mich erledigt.
Natürlich findet man im Internet Berichte von Reisenden und YouTubern, die andere Erfahrungen gemacht haben oder ihre Drohne bei der Security hinterlegen konnten.
Mir persönlich war es das Risiko nicht wert.
Wenn mir der Betreiber eines Schiffes sagt, dass ich keine Drohne mitbringen soll, dann nehme ich keine mit.
Als kleine Alternative habe ich teilweise mit einer 360-Grad-Kamera und einem drei Meter langen Stick gearbeitet. Damit lassen sich zumindest Perspektiven erzeugen, die ein wenig an Drohnenaufnahmen erinnern.
Natürlich ist das kein vollständiger Ersatz – aber für diesen Familienurlaub war es für mich völlig ausreichend.
Fotos von beiden Taschen auf der Kreuzfahrt
Mein Fazit: Zu viel Equipment, aber die richtigen Taschen
Würde ich wieder eine Kreuzfahrt durch die norwegischen Fjorde machen?
Sofort.
Würde ich wieder mehr als 17 Kilogramm Foto-, Video- und IT-Equipment mitnehmen?
Wahrscheinlich nicht.
Die Reise hat mir noch einmal deutlich gezeigt, dass mehr Equipment nicht automatisch mehr fotografische Möglichkeiten bedeutet.
Manchmal ist sogar das Gegenteil der Fall.
Je mehr man mitnimmt, desto mehr muss man tragen, organisieren, laden und im Blick behalten.
Meine wichtigste Erkenntnis lautet deshalb:
Weniger Kameras und Objektive, dafür einen möglichst großen und flexiblen Brennweitenbereich.
Bei den Taschen sieht mein Fazit anders aus.
Die Kombination aus Compagnon Elements Backpack 30L V2 und Compagnon Little Messenger Gen III hat für meine Art zu reisen hervorragend funktioniert.
Der Rucksack als große Transportzentrale.
Die Messenger als schnelle Fototasche für den Alltag.
Und gerade die Little Messenger hat sich nach vielen Stunden im norwegischen Regen einen festen Platz in meiner persönlichen Taschen-Hitliste erarbeitet.
Manchmal braucht es eben erst zehn Tage Norwegen, ziemlich viel Regen und 17 Kilogramm Fotoequipment, um festzustellen:
Vielleicht ist die beste Ausrüstung für die nächste Reise einfach ein bisschen weniger Ausrüstung. Ganz sicher sogar!
Transparenz / Werbung
Das in diesem Beitrag und im Video gezeigte Kamera-, Video- und Computer-Equipment gehört mir beziehungsweise meiner eigenen Firma und wurde überwiegend von mir selbst angeschafft.
Die beiden Taschen
Compagnon Little Messenger Gen III
und
Compagnon Elements Backpack 30L V2
wurden mir von Compagnon Bags kostenfrei zur Verfügung gestellt.
Es gab keine inhaltlichen Vorgaben für diesen Beitrag oder das Video. Die geschilderten Erfahrungen, positiven Eindrücke und Kritikpunkte entsprechen meiner persönlichen Meinung und meinen tatsächlichen Erfahrungen während der Norwegen-Reise.




































